Projekte von Pro Senectute

Zwei Rentnerinnen geben sich die Hand

 

Besuchsdienst

Ältere Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, gehen kaum noch aus dem Haus und drohen so zu vereinsamen. Auch alltägliche Dinge wie Einkaufen, ein Arztbesuch oder das Bezahlen von Rechnungen in der Post fallen ihnen deutlich schwerer.

Für solche Situationen ist der Besuchsdienst von Pro Senectute da. Freiwillige – meist jüngere, noch rüstige Pensionierte – besuchen alleinstehende Senioren regelmässig zuhause. Sie unterstützen beim Einkauf, gehen mit ihnen Spazieren oder hören einfach mal zu. Die gemeinsamen Aktivitäten werden von den Senioren sehr geschätzt. Sie verbessern das seelische Wohlbefinden, bringen aber auch geistig und körperlich neuen Schwung in deren Leben. Die Freiwilligen werden durch Pro Senectute gecoacht und tauschen sich regelmässig mit Sozialarbeitenden aus. So können sie Veränderungen in den Lebensumständen der Besuchten frühzeitig wahrnehmen und bei Bedarf auf zusätzliche Unterstützungsangebote hinweisen.



Helfen, wo niemand hilft

In der Sozialberatung von Pro Senectute suchen jährlich über 40'000 Menschen Rat, da sie unerwartete Ausgaben, zum Beispiel für eine Brille nicht bezahlen können. Häufig haben diese auch grundsätzlich zu wenig Geld, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Sie sparen sich die Miete vom Lebensbedarf ab, verzichten auf den Internetzugang, das Zeitungsabonnement oder entsagen sich das Halten eines Haustieres oder Besuche bei den Kindern und Enkeln.

Der Einzelhilfefonds von Pro Senectute Schweiz sowie die Unterstützungsfonds der kantonalen Pro Senectute Organisationen kommen hier zum Einsatz. Wenn alle anderen Quellen für finanzielle Hilfe ausgeschöpft sind, werden betroffene Rentner finanziell unterstützt. Der Einzelhilfefonds übernimmt neben Kosten für Wohnen und Gesundheit auch jene für kulturelle Ausgaben oder Mobilität, damit armutsbetroffene Rentner am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. So kann nicht nur ein würdevolles Altern ermöglicht werden, sondern im Einzelfall können gezielt Krisensituationen abgewendet oder gelindert werden. Ausserdem werden volkswirtschaftliche Folgekosten in Form von psychischen und physischen Erkrankungen sowie sozialer Verarmung aufgefangen.



Tauschbörse

Die zunehmende «Landflucht» stellt Schweizer Gemeinden vor grosse demographische Herausforderungen. Während die Jungen in die Städte ziehen, steigt der Anteil der älteren Menschen in ländlichen Gemeinden. Um dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben und die Grundversorgung in der Gemeinde sicherzustellen, investieren viele ländliche Gemeinden in die Infrastruktur. Kommunikation, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Verwaltung werden ausgebaut, während die Angebote im Sozialbereich geschmälert werden. Dies mit spürbaren Auswirkungen für die älteren Menschen der Wohnbevölkerung.

Dem gibt die Gemeinde Langnau i.E. Gegensteuer. Sie lancierten 2015 das Pilot-Projekt «Alter(n) in Langnau gemeinsam gestalten». In Zusammenarbeit mit Pro Senectute eruierte die Gemeinde die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung in Bezug auf Hilfs- und Freizeitangebote. Daraus hat sich die Tauschbörse ergeben: Einmal in der Woche treffen sich Asylsuchende und die ältere Bevölkerung, um ihre Ressourcen zu tauschen. Muss beispielsweise eine pensionierte Person zum Arzt, wird sie von einem Asylsuchenden begleitet. Dieser vertieft im Gegenzug seine Deutschkenntnisse oder lernt etwas über den Alltag in der Gemeinde. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten, weshalb Pro Senectute dieses Modell künftig vermehrt in Zusammenarbeit mit Gemeinden und lokalen Behörden anbieten möchte.

 


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